Der Schlaf, der nie endet

Alles rund um die Columbo-Episoden, ihr könnt Fragen stellen oder einfach nur über die verschiedenen Folgen plaudern.

Der Schlaf, der nie endet

Beitragvon Rudy » Mi, 07.01.2004 23:41


Hallo zusammen

Da weiter unten eine interessante Diskussion zur Folge "Wein ist dicker als Blut" stattfand, möchte ich hier zur Folge "Der Schlaf, der nie endet" fragen, wie ihr das versteht. Ich hatte mit dem Ende immer meine Mühe, weil ich nicht verstehe, ob der Mörder nun wirklich überführt ist. Ich meine, Columbo tut so, als wäre die einzige Erklärung dafür, den Zeugen für blind zu halten die, dass er tatsächlich einen Blinden gesehen hat.
Ich denke aber, dass wohl viele jenen Mann (den Bruder des Blinden) für einen Blinden gehalten hätten, wenn er mit einer dunklen Brille auftritt und dazu noch so kurze Schritte hin zum Sofa nimmt. So gut der Trick ist, frage ich mich doch, ob das vor Gericht als Beweis genügen würde?

Gruß Rudy
Rudy
 

Beitragvon thomaskrieger » Do, 08.01.2004 08:28


Auch wir sind doch genau wie der Mörder irritiert und halten es für einen Trick, dass der vorgeblich "Blinde" Streichhölzer reicht und dann noch aus der Zeitung vorliest.

Nein, eigentlich gibt es keinen Grund, anzunehmen, dass er blind ist.

Ich finde die Auflösung schon ziemlich genial!
Benutzeravatar
thomaskrieger
Columbo-Team
Columbo-Team
 
Beiträge: 161
Registriert: Mi, 05.06.2002 19:18
Wohnort: Essen

Beitragvon wien columbo » Do, 08.01.2004 20:15


@ Rudy

Ob es ein Beweis ist weiss ich nicht, das ist jedoch nicht die einzige Folge wo man sich fragt ob das eigentlich ein Beweis ist und vor Gericht zu einer Anklage reicht oder nicht.
Benutzeravatar
wien columbo
Columbo-Team
Columbo-Team
 
Beiträge: 1097
Registriert: Di, 25.02.2003 22:48
Wohnort: Wien

Beitragvon Rudy » Fr, 09.01.2004 18:03


Ich vermute eben, dass dieser Trick in der Realität für eine Verurteilung nicht reichen würde und va. ein Psychotrick von Columbo war, um den Mann zu einem Geständnis zu verlocken. Denn das Columbo ihm eine dunkle Brille aufsetzte, war offensichtlich dazu gedacht, den Eindruck eines Blinden zu erwecken. Die Brille durfte aber nicht zu dunkel sein, damit man eben hinterher sagen kann: Warum glaubten Sie denn, dieser Mann wäre blind?
Ich weiss aber nicht, was geschähe, wenn der Psychiater vor Gericht einfach stur behaupten würde:"Ich war niemals dort bei der Einfahrt zu der angegebenen Zeit. Den vermeintlichen Zeugen habe ich nie gesehen und dass er blind war, glaubte ich nur, weil ihm der Inspektor eine dunkle Brille aufsetzte und ihn anwies, seltsam kurze Schritte zu nehmen. Denn viele Blinde verhalten sich so. Dann aber stellte sich heraus, dass dieser Mann offensichtlich doch nicht blind ist. O.k. für ihn, aber kann dieser Mann beeiden, dass er mich gesehen hat? "

Das könnte der Mann (der ja nur der Bruder des Blinden war) eben nicht, und daher meine Zweifel, ob dieser Trick funktionieren würde.

Trotzdem ist der Trick natürlich absolut grandios...

Gruß Rudy
Rudy
 

Beitragvon Hund » Fr, 09.01.2004 21:06


Ich meine, der Beweis ist ziemlich eindeutig. Der einzige Grund, den Mann für blind zu halten, war, dass der Mörder den gleich aussehenden Bruder, unzweifelhaft blind, getroffen hatte. Wo und wann, wenn nicht am Tatort und zur Tatzeit? Vor allem aber beharrte der Mörder vor Zeugen so heftig und anhaltend auf er vermeintlichen Blindheit des sehenden Bruders, dass von einem einfachen Missverständnis der Brille und der abgehackten Bewegungen nicht die Rede sein kann. Statt zu sagen, ach ich habe mich getäuscht, der Mann kann ja doch sehen, versucht er durch immer neue Prüfungen, dessen vermeintliche Blindheit zu beweisen.

Hund
Benutzeravatar
Hund
Polizeioberkommissar
Polizeioberkommissar
 
Beiträge: 73
Registriert: So, 19.05.2002 20:48

Beitragvon Christian » Fr, 09.01.2004 22:38


Ich glaube auch, dass es etwas zweifelhaft ist, ob Columbos Beweisführung vor einem realen Gerichtsprozess standhalten würde. Im Film macht sich das sehr gut und scheint plausibel. Aber wenn der Täter cool alles abstreiten würde, besitzt Columbo wirklich keinen Zeugen und die ganze Sache steht dann auf etwas wackligen Füssen.
Ich meine, der Täter hat sich nicht so eindeutig verraten wie bei dem Fotograf in "Momentaufnahme für die Ewigkeit" und hat tatsächlich eine Rückzugsmöglichkeit. Deshalb hatte ich bei der Szene mit dem Blinden immer etwas gemischte Gefühle.

So long
Christian
Christian
 

Beitragvon wien columbo » Fr, 09.01.2004 23:39


Zudem heißt es: Im Zweifel für den Angeklagten.
Benutzeravatar
wien columbo
Columbo-Team
Columbo-Team
 
Beiträge: 1097
Registriert: Di, 25.02.2003 22:48
Wohnort: Wien

Beitragvon Gast » Sa, 10.01.2004 23:57


Insgesamt wird es trotzdem langen. Es kommen ja auch noch die Reifenspuren und der Mord an der Frau hinzu, für den es auch einige Indizien gibt. Ich frage mich, warum Columbo nicht auch den Blindenhund einbezogen hat. Vielleicht hätte der den Psychiater wiedererkannt? Waren nicht Hundekratzspuren auch einmal in die Beweisführung einbezogen? Weiss aber nicht mehr, in welcher Folge.

:wink: Gruss Eric
Gast
 

Beitragvon wien columbo » So, 11.01.2004 18:26


Du meinst die Folge: 57 Caution: Murder Can Be Hazardous to Your Health,
Der erste und der letzte Mord.
Wieder einmal ist der Englische Titel viel besser.
Benutzeravatar
wien columbo
Columbo-Team
Columbo-Team
 
Beiträge: 1097
Registriert: Di, 25.02.2003 22:48
Wohnort: Wien

Beitragvon thomaskrieger » Mo, 12.01.2004 08:31


Und wieder einmal ist der selbe Schauspieler (George Hamilton) der Mörder. :wink:
Benutzeravatar
thomaskrieger
Columbo-Team
Columbo-Team
 
Beiträge: 161
Registriert: Mi, 05.06.2002 19:18
Wohnort: Essen

Das ist doch seltsam, oder?

Beitragvon WalterJörgLangbein » Sa, 05.02.2005 10:19


Bedeutet das nicht, dass der Mörder bei früheren Taten zwar von Columbo als Täter erkannt wurde...dass aber die Beweise nicht ausreichten, so dass der Mann wieder auf freien Fuß gesetzt wurde? Sonst wäre er ja wohl kaum wieder in Freiheit...um neuerlich zu morden...

Dieser Eintrag ist natürlich scherzhaft gemeint. Ich weiß natürlich, dass die Schauspieler in Wirklichkeit eben Schauspieler und keine Verbrecher sind..

Walter
Benutzeravatar
WalterJörgLangbein
Inspektor
Inspektor
 
Beiträge: 2015
Registriert: Fr, 26.12.2003 18:38
Wohnort: Lügde (NRW)

Gottfried Kramer

Beitragvon Schulz » Mo, 18.04.2005 16:05


Kann es sein, dass der Schwarze in "Der Schlaf, der nie endet", die Stimme von Gottfried Kramer hat?

Schulz
Benutzeravatar
Schulz
Inspektor
Inspektor
 
Beiträge: 785
Registriert: So, 26.09.2004 20:55
Wohnort: Straubing (liegt in Bayern)

Re: Das ist doch seltsam, oder?

Beitragvon Roger79 » Mo, 18.04.2005 21:48


WalterJörgLangbein hat geschrieben:Bedeutet das nicht, dass der Mörder bei früheren Taten zwar von Columbo als Täter erkannt wurde...dass aber die Beweise nicht ausreichten, so dass der Mann wieder auf freien Fuß gesetzt wurde? Sonst wäre er ja wohl kaum wieder in Freiheit...um neuerlich zu morden...

Dieser Eintrag ist natürlich scherzhaft gemeint. Ich weiß natürlich, dass die Schauspieler in Wirklichkeit eben Schauspieler und keine Verbrecher sind..

Walter


Auch mein Beitrag ist scherzhaft gemeint.

Oder es könnte auch sein, dass er in Europa verurteilt wurde, wo neuerdings die Täter ja als Opfer gesehen werden, wo Schlagwörter wie Reintegration, Resozialisierung grösser geschrieben werden als Bestrafung und Abschreckung. Evtl. wurde sie als "geheilt" wieder auf freien Fuss gesetzt. Die Folge waren erneute Verbrechen...
Benutzeravatar
Roger79
Inspektor
Inspektor
 
Beiträge: 904
Registriert: So, 03.10.2004 20:12
Wohnort: Basel CH




Zurück zu Die Episoden

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste